Reisebericht Japan 2017: Familie Hayashi

Teefeld mit Baumreihe im HintergundTeegarten mit Erntemaschinen

Mit dem Auto fahren wir hoch in die Berge bis wir im Teegarten der Familie Hayashi ankommen. Der Garten liegt idyllisch von Bäumen umgeben. Die Verarbeitungshalle ist umsäumt von Teefeldern mit unterschiedlichen Strauchsorten. Shutero und sein Bruder Kenji sind beide in der Teefabrik mit der Verarbeitung der frischen Teeblätter beschäftigt. Wie sehr habe ich diese Szenerie vermisst. Bei meinem letzten Besuch vor zwei Jahren waren wir etwas früher in Kirishima und konnten so die Maschinen nicht live in Aktion erleben. In der Luft liegt ein unbeschreiblicher Duft von frisch verarbeiteten Teeblättern. Die Maschinen rattern laut. Die beiden jungen Männer scheinen in ihrem Element zu sein. Gehen von einer Maschine zur nächsten. Haben zu zweit die ganze Grünteeproduktion unter Kontrolle. Die Aufgaben scheinen klar verteilt zu sein. Sie sind hochkonzentriert. Dabei haben sie immer ein Lächeln auf den Lippen. Sie sind stolz auf ihre Arbeit. Und das können sie auch sein. Die Teesorten aus dem Garten der Familie Hayashi stehen für sehr hohe Qualitäten.

Shutero Hayashi mit gedämpftem TeeAracha in Teeschale auf hellem Tisch

Der Familienbetrieb hat eine lange Geschichte. Der Teegarten der Familie Hayashi wurde bereits 1897 vom Urgroßvater von Shutero gegründet. Shutero gehört zur 5. Generation. Letztes Jahr hat er den Betrieb von seinem Vater Osamu übernommen. Aktuell hat der Teegarten eine Fläche von ca. 7 Hektar. Shutero hat Landwirtschaft mit dem Schwerpunkt Teewisschenschaften in Kagoshima studiert. Die Zukunft von diesem Teegarten sieht sehr gut aus. Wenn man Shutero bei seiner Arbeit beobachtet spürt man seine Leidenschaft und die Begeisterung für Tee.

Teebauer begutachtet frisch zubereitenten TeeAufguss mit Teeschale im Hintergrund

Die beiden Brüder scheinen sich perfekt zu ergänzen. Kenji zeigt uns eine Tabelle in der genau dokumentiert wird, wie der Tagesablauf aussieht und wie lang die einzelnen Schritte dauern. Heute sind sie um 6 Uhr in der Fabrik angekommen. Gegen halb acht haben sie angefangen die ersten Teeblätter zu verarbeiten. Als wir gegen drei die Fabrik wieder verlassen, fangen die beiden gerade an die Maschinen zu reinigen. So geht gegen Abend ein langer Erntetag zu Ende. Durchschnittlich wird in der Erntezeit eine Tonne Rohtee, also frisch geerntete Blätter, pro Tag verarbeitet. Nach der Verarbeitung, also dem Dämpfen, Auflockern, Rollen, Trocknen und Sortieren der Teeblätter haben wir dann ca. 100 kg Endprodukt fertig für den Verkauf. Heute werden die Blätter der Strauchsorte Asatsuyu und Asanoka geerntet. Beide Strauchsorten sind für ihre Süße bekannt. Wir dürfen den ersten Shincha aus dem Garten verkosten. Einen Aracha Shincha aus der Strauchsorte Asatsuyu. Als Aracha bezeichnet man den Rohtee, der noch keine finale Erhitzung unterzogen wurde und somit noch eine Restfeuchtigkeit von ca. 5 % aufweist. Der Geschmack und die Frische begeistern uns.

Osamu Hayashi im TeegartenArbeiter im Gespräch
Da die beiden Brüder mit der Ernte beschäftigt sind führt uns der Vater Osamu durch die Teefelder. Wir betrachten die verschiedenen Wachstumsstadien der unterschiedlichen Strauchsorten. Er zeigt uns die ersten abgeernteten Reihen der heutigen Asatsuyu Ernte. Shutero setzt auf Vielfalt der Strauchsorten in seinem Teegarten. Und so finden wir neben der Strauchsorten Asatsuyu zum Beispiel auch Yabukita, Kanaya Midori und Asanoka. Die Strauchsorte Asanoka wird dieses Jahr das erst mal „Test“ geerntet. Um reine Strauchsorten zu erhalten legt man das Teefeld mit Setzlingen an. Nach 5–6 Jahren kann man mit den ersten Testernten beginnen. Nach 7–8 Jahren erfolgen die ersten ertragsreichen Ernten. Wir gehen bei unserem Rundgang auch an Zairai-Sträuchern (aus Samen gezogene Pflanzen) vorbei. Zairai Felder bestehen aus verschiedenen Strauchsorten mit unterschiedlichem Wachstum und erscheinen daher wie ein Teppich aus unterschiedlichen Grüntönen.

Nahaufnahme von TeeblätternZiege schaut in die Kamera

Auch dieses Jahr begegnen wir wieder den Unkrautvernichtungsspezialisten alias Ziegenfamilie. Das Team arbeitet hoch effizient und natürlich rein biologisch. Unterstützt werden die Vierbeiner von mehreren Zweibeinern die durchgehend damit beschäftigt sind Unkraut zu jäten. Das Beikraut würde den Teegeschmack sehr beeinträchtigen und wird im Bioanbau von Hand in den Teefeldern entfernt. Die Arbeit ist sehr mühselig sobald man an einer Seite fertig ist kann man wieder von vorne anfangen.

Begutschtung des DämpfungsprozessesFrisch geschnittene Teeblätter vor dem DämpfenJedes Mal ist der Besuch eines Teegartens eine ganz besondere Gelegenheit für mich. Der direkte Kontakt mit den Teebauern macht die Kette komplett von der Teeernte bis hin zum Verkauf in meinem Laden. In jeder Schale Tee die du dir aufgießt erzählen dir die Blätter eine Geschichte über deren Anbau und Verarbeitung. Hör zu und genieße die wundervollen Sorten der Familie Hayashi aus unserem Sortiment wie zum Beispiel dem Tennen Gyokuro, Sencha Miumori oder Matcha Miumori.

Reisegruppe im Teegarten

Du willst noch mehr über die Familie Hayashi erfahren? Dann besuche den Blog von meinem Lieferanten Marimo. Tobias und Dietmar, die beiden Inhaber, schreiben auch einen Reisebericht über ihre Erlebnisse in Japan. Informationen zu den Erntezeitpunkten der Shinchas findest du auf ihrem Shincha Blog.

Die Landschaft in Kirishima ist wunderschön. Begib dich mit uns auf die Reise über die Teefelder und folge den Aufnahmen von Arun Herzog in seinem Video über den Teegarten der Familie Hayashi.

Unser Tee – Tipp aus dem Garten der Familie Hayashi: Kirishima Shincha Aracha – Kabuse Asatsuyu (bald auch im Shop!) und der Kirishima Tennen Gyokuro Bio.

 

 

 

 



Elke Werner
– TEERAUSCH –

„Tee ist meine Welt.“

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